Zukunftswerkstatt: Aufbruch in neue Arbeitswelten

Kein Zweifel: Die Arbeitswelt von morgen wird aufgrund #Digitalisierung, #Disruption, #Industrie40 oder #NewWork radikal anders aussehen als heute. Im Rahmen seiner Jahresauftakttagung befasste sich der Human-Capital-Club e.V. unter unserer Moderation mit aktuellen Trends in verschiedenen Branchen und Berufsgruppen, um daraus die zentralen Gestaltungsfelder der Zukunft abzuleiten.

Das Ambiente konnte passender nicht sein: gläserne Büros, großzügige Co-Working Arbeitsplätze, hippe Relax-Zonen und kreative Workshopräume. Der Impact Hub im Herzen Münchens ist als zeitgemäß umgestaltete ehemalige Lagerhalle ein idealer Ort, um zu experimentieren und sich Zukunftsthemen Gedanken zu machen. 35 Entscheidungsträger und Gestalter aus verschiedenen Branchen, von Forschung & Lehre über Consulting bis hin zu Energie und Finanz, versammelten sich in der weitläufigen „Arena“ des Hub, um am gemeinsamen Leitthema „Aufbruch in neue Arbeitswelten“ zu arbeiten.

Nach der Begrüßung durch den HCC-Vorsitzenden, Peter Friedrichs, führten wir in die Thematik des Abends ein. Zwar wird allseits viel von neuen Technologien und Formen der Zusammenarbeit geredet, doch sei selten klar, was dies konkret bedeute. So sehen 40 Prozent der Unternehmen laut einer Studie der IDG Research Services die Entwicklung zum Arbeitsplatz der Zukunft zwar schon weit fortgeschritten, doch nur 21 Prozent der befragten Mitarbeiter teilen diese Meinung. Zudem wird die digitale Transformation oft nur als technische Herausforderung verstanden, während Aspekte wie Führung, Unternehmenskultur und Mitgestaltung eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Doch wie sieht die Arbeitswelt von Morgen aus? – Um diese Frage aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu beleuchten, führte Jürgen Alexander Lehmann von Elfsights die Anwesenden in fünf Schritten durch die Brick Session: von der Auswahl der wichtigsten Themen, über die individuellen Ausprägungen und Ziel-Szenarien, bis hin zu konkreten Handlungsfeldern für die kommenden Jahre. Mit diesem Impuls begaben sich dann insgesamt neun Kleingruppen in einen intensiven Austausch und erarbeiten, worauf es aus Sicht in Zukunft verstärkt ankommen wird.

Neues Führungsverständnis und Kundenorientierung als Schlüsselthemen

Als zentralen Erfolgsfaktor für den Wandel arbeiteten die Workshop-Teilnehmer das Thema Führung heraus. Statt um klassische Kontrolle ginge es künftig um mehr Autonomie und Selbstorganisation. Dazu bedürfe es eines intensiven Austausches zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden weit über das Fachliche hinaus. Gefragt seien dabei mehr Offenheit und soziale Kompetenz, aber auch die Bereitschaft zu mir Delegation, Teilhabe und gezielter Förderung des einzelnen. Besonders wichtig sei es dabei, die Beschäftigten auf die geänderten Kompetenzanforderungen und neue Rollen vorzubereiten sowie sie in die neue Arbeitswelt zu begleiten.

Als weiteres wichtiges Thema kristallisierte sich in der Zukunftswerkstatt die stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Kunden heraus. Kritisch wurde dabei angemerkt, dass sich viele Organisationen heute noch stark aus sich selbst definieren, ohne aber stets ein klares Verständnis von Bedürfnissen, Märkte und Zielgruppen zu haben. Daher sei es entscheidend, mit Kunden stärker in den Dialog zu gehen, um wirklich nützliche Dienstleistungen und Produkte anbieten und Prozesse neu aufsetzen zu können.

Agility-Compass signalisiert Handlungsbedarf

Mit den Daten der durchgeführten Brick Sessions erstellte Dr. Ingo Kreyer von

Agility_Compass
Agility Compass

Elfsights im Anschluss computergestützt den sogenannte Agility-Compass. Dieser bildet auf einer normierten Skala ab, welche agilen Werte in Zukunft gestärkt werden können, um als Unternehmen oder Branche innovativ, dynamisch und erfolgreich zu sein. Bereits recht gut umgesetzt waren aus Sicht der Befragten die Aspekte Sinnbezug und Kundenorientierung. Dagegen wurde der größte Handlungsbedarf bei den Werten Kollaboration und Zusammenarbeit deutlich. Als besonderes Problem sahen die Gruppen hierbei, dass sich viele Beschäftigte überlastet fühlen und sich angesichts von Druck und Veränderungen innerlich zurückzögen. Daher blieben Co-Kreation und interdisziplinäre Zusammenarbeit meistens auf der Strecke.

Die sehr engagierte Diskussion beim abschließende Get-together verdeutlichte, dass der Aufbruch in neue Arbeitswelten bereits in vollem Gange ist. Dabei hat die Arbeit mit der Brick Session manchen interessanten Gesprächs- und Handlungsimpuls geliefert, machte aber auch allen Beteiligten klar, dass es noch viel zu tun gibt.

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